Wassertropfen spritzten herab und reflektierten das rötlich-braune Licht des Badezimmers wie kristallklarer, flüssiger Bernstein. Sie zersprangen auf Brittanys warmen Schultern. Lübeck wusste, dass sie gerade Sport gemacht hatte und schwitzte, deshalb drehte er das Wasser etwas wärmer, damit ihre Poren nicht durch die Kälte austrockneten. Einst hatte er Ruth ganz und gar besessen und ihr sein ganzes Herz geschenkt, doch als dieses Herz mit ihrem Weggang zerbrach, schien dieses neue Leben keine Hoffnungen mehr zu bergen, außer der Hoffnung auf sie von früher.
Normalerweise wirkte Brittany unkompliziert und bescheiden, doch in diesem Moment war sie überraschend feinfühlig. Sie spürte etwas, streckte ihre linke Hand aus und ergriff Lübecks rechte.
„Mein Herz gehört dir, seit ich dich kenne. Bitte nimm meine Vergangenheit nicht übel, okay?“ Das Duschwasser durchnässte ihr Haar und rann ihr über Gesicht und Wangen. Lübeck schien ihre Vergangenheit zu sehen, wie sie allein im Regen stand.
„Früher hatte ich keine Kontrolle über mein Schicksal, irrte ziellos umher. Doch jetzt, zum ersten Mal, kann ich meinen eigenen Weg im Leben wählen. Bitte.“ Lübeck wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen, als hätten Brittanys Worte ihn aus dem Zeittunnel zurückgeholt, den er beobachtet hatte.
„Ach, das macht mir nichts aus“, sagte er, legte den Arm um ihre Schulter und ihren Rücken und umarmte sie.
„Das ist dein Zuhause. Wohin du auch gehst, solange ich hier bin, ist es dein Zuhause, okay?“, sagte Lübeck und streichelte Brittany sanft über den Rücken, um sie zu beruhigen.
„Mmm“, antwortete Brittany und schmiegte ihr Gesicht an Lübecks Schulter und Hals, die Arme um seine Taille geschlungen.
Das heiße Wasser aus der Dusche spritzte weiter, der Dampf wirbelte und stieg im warmen orangefarbenen Licht des Badezimmers auf, dessen Schein wie die verdichteten Erinnerungen vergangener Jahre wirkte. Das Wasser rann ihr über das Gesicht und spülte Brittanys tränenreiche Vergangenheit fort; es rann über ihren Hals und ihre Brust und beruhigte McGowans ängstliches und unsicheres Herz.
Lübeck schob Brittanys Umarmung sanft beiseite, sah sie liebevoll an und strich ihr die Haarsträhnen aus der Stirn, damit ihr das Wasser nicht in die Augen tropfte.
Lübeck hielt sich am Handlauf an der Wand hinter ihm fest, damit sie vor lauter Aufregung nicht stürzte, und beobachtete sie lächelnd, wie sie ihrer Fantasie freien Lauf ließ. Das matte, gelbe Licht, das durch den aufsteigenden Dampf gefiltert wurde, wirkte fast hypnotisch, oder vielleicht waren es die Wassertropfen, die seine Sicht verschwommen ließen. Nachdem er Brittany endlich geholfen hatte, ihre Aufgabe zu erfüllen, fühlte sich Lübeck müde und wollte dieses spielerische Bad so schnell wie möglich beenden. Er hatte erst vor Kurzem sein Alter zurückverwandelt und seine Muskelkraft noch nicht wiedererlangt; sein körperlicher Zustand war weit schlechter als der eines durchschnittlichen 25-jährigen Mannes auf der Erde. Deshalb entschuldigte er sich und ging zurück ins Bett, um sich auszuruhen.
Brittany war penibel, vielleicht berufsbedingt, aber auch aufgrund ihrer Persönlichkeit. Sie putzte das Badezimmer, bevor sie sich zu Lübeck legte.
Als Brittany sich zuvor um Lübeck gekümmert hatte, war er sich noch nicht für sie entschieden und hatte innerlich eine Barriere zwischen ihnen errichtet. Jetzt waren diese Barrieren vollständig verschwunden.
„Du bist müde“, sagte Brittany, legte ihre Hand auf Lübecks Brust und flüsterte ihm ins Ohr.
„Ja, ich brauche Zeit, um mich zu erholen.“
„Nur keine Eile, ich helfe dir dabei.“
„Ja, du bist ein Profi.“
„Selbstverständlich“, sagte sie und lehnte ihren Kopf an Lübecks Arm.
Wie durch Lübecks klare und unerschütterliche Liebe schien Brittany noch selbstsicherer und charmanter zu werden.
„Erich, willst du mir nicht deine …“ „Eine Geschichte?“ Lübeck schlang die Arme um Brittany, wandte sich ihr zu und sah ihr lächelnd in die Augen. Ein lange vermisstes Glücksgefühl überkam ihn; er verbarg es nicht, sondern öffnete ihr sein Herz und sagte direkt:
„Ich bin glücklich.“ Als Brittany Lübecks Worte hörte, war sie sich ihrer Entscheidung noch sicherer, ihr Herz entflammte.
Sie richtete sich auf und schmiegte sich an Lübecks Brust, streckte die Arme aus, um sich an seine zu schmiegen, küsste seinen Hals und flüsterte leise:
„Bitte lass mich dir Glück schenken, lass mich dir Glück schenken, lass mich mich dir hingeben.“
Ihre Zärtlichkeit, ihr Atem, ihre unerschütterliche Liebe ergriffen allmählich Lübeck, der den Kopf drehte und ihre weichen, glühenden Lippen fand …
Lübeck lag etwas erschöpft auf dem Rücken im Bett und ließ sich von diesem kleinen Wesen nach ihren Wünschen führen … und sich mit den Tiefen ihrer Seele verbinden.
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