Du sitzt im Bus auf dem Weg nach Hause. In der Schule hast du kaum mit mir geredet und mit den anderen redest du doch eh nicht. Du starrst aus dem Fenster hinaus in die grauen Straßen und steckst dir deine Kopfhörer in die Ohren. Die Musik ist gerade laut genug, um deine Gedanken zu unterdrücken. So machst du das immer.
Ich sitze gegenüber von dir im selben Bus. Auch ich habe meine Kopfhörer drin und höre viel zu laute Musik. Ich schaue auch aus dem Fenster, nur manchmal werfe ich dir vorsichtige Blicke zu. Du siehst mich kein Mal an.
Morgen ist Freitag und ich frage mich, was du am Wochenende machst. "Hast du schon was vor?" will ich fragen, aber meine Lippen bleiben geschlossen. Ich denke nicht, dass du mit mir reden möchtest. Trotzdem sehe ich in deinem Blick die Trägheit und Traurigkeit.
Wir sitzen uns noch immer gegenüber. Gleich kommt deine Haltestelle also drückst du auf den roten Stopknopf. Als du deine Hand hebst, rutsch dein Ärmel etwas runter. Darunter sind weiße Verbände und ich weiß genau warum. Schnell ziehst du deinen Ärmel über’s Handgelenk. Du schaust mich ohne Worte an und nickst mir zu. "Bis morgen", bedeutet das und ich werfe dir den selben Blick zurück.
Ich weiß, du willst nicht drüber reden. Das ist okay, aber ich sehe wie schwer es dir fällt es zu verstecken. Der Bus bleibt stehen und du steigst aus.
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